Digitalisierung im Gastgewerbe

Telekom-Studie belegt Korrelation zum Umsatz

(Grafik: Telekom Deutschland und Techconsult)

Für die Studie befragte Techconsult im Sommer 2017 rund 2.000 kleine und mittelständische Unternehmen in Deutschland. Laut dem neuen Digitalisierungsindex konnte sich das Gastgewerbe im Vergleich zum Vorjahr auf 52 Punkte steigern und liegt jetzt im Branchenvergleich nur noch knapp hinter dem branchenweiten Gesamtdurchschnitt von 54 Punkten.  

Bei der Befragung zeigte sich, dass immer mehr Unternehmen digitale Prozesse in ihre Geschäftsabläufe einbinden. 41 Prozent der Betriebe setzen laut der Studie einzelne digitale Projekte um. Dazu gehören:

  • Gäste-WLAN: Der Großteil der Kunden erwartet inzwischen einen WLAN-Zugang. In Hotels wird dieses Angebot von Gästen als obligatorisch eingestuft.
     
  • Elektronische Rechnung: Dieser digitale Service vereinfacht den Bezahlprozess. Davon profitieren Mitarbeiter und Gäste im Restaurant als auch im Hotel. Bereits 60 Prozent der Betriebe bieten es an.
     
  • Digitales Kassensystem: Alle Umsätze sind sofort abrufbar. Controlling und Geschäftsführung können auf bestimmte Entwicklungen schneller reagieren. Mit einem digitalen Kassensystem arbeiten zurzeit 51 Prozent der Firmen. 25 Prozent planen die Einführung.
     
  • Online-Buchung von Tischen und Zimmern: Der Kunde bucht direkt selber einen Tisch oder Zimmer. Mitarbeiter sind immer auf dem aktuellen Stand bezüglich getätigter Buchungen. 47 Prozent der Unternehmen nutzen dieses Werkzeug, 19 Prozent wollen in Zukunft damit arbeiten.

Gastronomische Betrieben machen demnach auf fast allen digitalen Handlungsfeldern Fortschritte. Und viele sehen die Notwendigkeit der Umstellung durch den technischen Fortschritt. Damit wird die Ausstattung des Betriebs zur Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg. 

Mehr Kunden durch Digitalisierung

Über 80 Prozent der befragten Hoteliers und Gastwirte sprechen im Branchenbericht des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands von einer guten oder befriedigenden Geschäftslage. Gleichwohl klagt vor allem die Gastronomie über eine kritische Ertragssituation. Die Branche leidet unter einem hohen Wettbewerbsdruck. Preiskampf und hohe Serviceerwartungen der Kunden zwingen das Gastgewerbe digitale Maßnahmen umzusetzen. Dazu gehören Online-Bestellung und -Bewertung, oder auch Lieferservice. Bislang überwiegen im Gastgewerbe allerdings Einzelmaßnahmen; eine digitale Gesamtstrategie verfolgt erst ein Drittel der Unternehmen. 

Kein Datenschutz kann teuer werden

Bei den Themen Sicherheit und Datenschutz wurden jetzt 61 Indexpunkte erreicht. Dies ist vergleichsweise viel, aber im Hinblick auf die neue Europäische Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) noch zu wenig. Die Verordnung tritt im Mai 2018 in Kraft und stärkt die Grundrechte in Bezug auf den Schutz persönlicher Daten. Ein Verstoß kann teuer werden, es drohen dann Bußgelder in einer Höhe bis zu 20 Millionen Euro oder vier Prozent des gesamten weltweit erzielten Jahresumsatzes.

Gerade in Hotels und Restaurants werden jeden Tag viele Daten verarbeitet: von Gästen, Mitarbeitern, und Lieferanten. In Zukunft wird mehr Dokumentation zu den gesammelten Daten nötig sein. Wer arbeitet damit und was passiert mit den Informationen. Der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) und der Hotelverband Deutschland (IHA) bieten dazu Schulungen und Informationen an.

Digitalisierung als Umsatztreiber

Erstmals kann die Studie einen Zusammenhang zwischen digitalem Reifegrad und Geschäftserfolg nachweisen. Betriebe mit einem Digitalisierungsindex von 55 Punkten haben 2016 eine Umsatzsteigerung verzeichnet. Unternehmen mit stagnierenden oder rückläufigen Umsätzen kommen dagegen nur auf einen Indexwert von 46 Punkten. Laut Thomas Spreitzer, Telekom Deutschland, lohnen sich die Investition in digitale Lösungen. „Sie tragen dazu bei, den Umsatz zu steigern, Kosten zu verringern und flexibler zusammen zu arbeiten“.

Schon einzelne Digitalisierungsmaßnahmen wirken sich positiv auf die Umsatzentwicklung, die Kundengewinnung oder die Qualität der Prozesse aus. So gaben 78 Prozent der Unternehmen an, dass sie mit einer Cloud-Lösung die internen Prozesse effizienter und die Organisation flexibler gestalten können.

Die Studie zeigt auch, dass ein hoher digitaler Reifegrad mit einer höheren Reaktionsgeschwindigkeit auf Kundenanfragen einher geht. 

Kostenloser Online-Test

Um den eigenen Digitalisierungsgrad zu bestimmen, stellt die Telekom einen ein kostenlosen Self-Check zur Verfügung. Die Teilnehmer erfahren, wo ihre Stärken und Schwächen liegen.

Die komplette Studie "Digitalisierung im Gastgewerbe" und weitere Informationen gibt es unter digitalisierungsindex.de