Mit Genuss gegen den Klimawandel

Slow Food startet Kampagne "Menu for Change"

Menu for Change-Kampagne von Slow Food
Kampagnen-Banner (Bild: Slow Food)

"Wir müssen das Lebensmittelsystem ändern, um den Klimawandel abzumildern" so Slow-Food-Gründer Carlo Petrini in China vor 400 Delegierten. "Für Slow Food ist es quasi Pflicht, sich mit dem Klimawandel zu beschäftigen: Es gibt keine Lebensmittelqualität und kein gutes Essen ohne den Schutz der Umwelt, der Ressourcen und der Arbeit" so Petrini. 

Die Kampagne wird weltweit gestartet und soll neben der Verbreitung der Botschaft auch dazu dienen Spenden einzusammeln.

So gehören die exzessive Landwirtschaft und die Massentierhaltung zu den Hauptquellen der Treibhausgasemissionen wie Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4) und Distickstoffmonoxid (N2O): Allein der Agrarsektor ist für 21 % (Quelle: FAO, 2015, Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen) der globalen Gesamtemissionen verantwortlich. Demgegenüber verursacht die Energiebranche 37 %, der Verkehr 14 % und die Industrie 11 %. 

Bedingt durch die klimatischen Veränderungen, zu denen auch die industrielle Lebensmittelproduktion beiträgt, kann man schon heute extreme Trockenperioden und Überschwemmungen beobachten. Dadurch kommt es zu Ernterückgängen und -ausfällen, Verlust an fruchtbarem Boden, Übersäuerung der Meere und die Erhöhung des Meeresspiegels. Opfer dieser Entwicklung sind Kleinbauern und kleine Fischereibetriebe. 

Unter den Folgen leiden die Menschen z. B. in Afrika besonders stark. Obwohl die afrikanischen Länder zu den geringeren Treibhausgaserzeugern zählen, wird Bauern und Hirten durch extreme Wetterlagen die Lebensgrundlage entzogen. Fehlende Ernährungssicherheit zwingt die Menschen zur Flucht.

John Kariuki, Vizepräsident der Slow Food Stiftung für biologische Vielfalt, setzt sich während des Kongresses deshalb für die Förderung der Agrarökologie, den Schutz der biologischen Vielfalt sowie die Unterstützung von Erzeugern vor Ort ein. Slow Food will weltweit, besonders aber in Afrika, Maßnahmen der Kompensation und der Anpassung an den Klimawandel vorantreiben.

Slow Food möchte mit der Kampagne "Menu for Change" zeigen, was jeder Verbraucher täglich tun kann, um etwas zu bewegen: 

  • so oft wie möglich sollten Lebensmittel aus der Region gegessen werden
  • statt mit dem Auto sollte mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln Lebensmittel eingekauft werden
  • Lebensmittel sollten in wiederverwendbaren Taschen transportiert werden
  • es sollte möglichst unverpackte Ware gekauft werden, damit der Plastikmüll reduziert wird
  • schonender Umgang mit Wasser
  • Obst und Gemüse, welches nicht den gängigen Formen entspricht, sollte nicht abgelehnt werden

Außerdem sollte der Einkauf gut geplant stattfinden, so dass möglichst wenig Reste im Müll landen. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist oft nur ein Richtwert und sollte auch so gelesen werden. Saisonale Lebensmittel aus der Region stärken die Erzeuger aus der näheren Umgebung und halten den sogenannten ökologischen Fußabdruck klein. Regionale Bio-Produkte verursachen meist geringere Treibhausgasemissionen als vergleichbare konventionelle Produkte. Der Genuss von tierischen Produkten sollte auf wenige Male pro Woche reduziert werden und Fleisch aus bodengebundener Weidehaltung stammen. Die Vorzüge und die Vielfalt fleischloser Alternativgerichte müssen populärer werden. 

Während der Kampagne berichtet Slow Food über eine Lebensmittelproduktion und über deren schonenden Umgang mit Ressourcen.

Über Slow Food

Slow Food ist eine weltweite Bewegung, die sich für ein zukunftsfähiges Lebensmittelsystem einsetzt. Der Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft, des traditionellen Lebensmittelhandwerks und der regionalen Arten- und Sortenvielfalt sind für Slow Food ebenso wichtig wie eine faire Entlohnung für zukunftsfähig arbeitende Erzeuger sowie die Wertschätzung und der Genuss von Lebensmitteln.