NGG fordert von Arbeitgebern Mindestlohn bis 10 Euro

Grafik: SmartLaw
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Offenbar ist der Einfluss der NGG in Regierungskreisen nicht unbeträchtlich. Das nachhaltig geförderte Negativbild der Profi-Gastgeber sorgt auch im Wirtschaftsministerium für Kopfschütteln. Angesichts grassierender Schwarzarbeit, Schwarzgeld-Missbrauch und Betrug beim Mindestlohn müsse man die Branche weiter "konditionieren", ist in Berlin zu hören. 

Mit den andauernden Angriffen und hohen Lohnforderungen wird ein Wirtschaftsbereich, der mit über eine Million sozialversicherungspflichtiger Arbeitsstellen ein wichtiger Jobmotor in Deutschland ist, bewusst beschädigt. In der Tat sind manche Beschäftigungsverhältnisse im Gastgewerbe prekär - so für Schwarzarbeiter in Großküchen, die von skrupellosen Zeitarbeitsfirmen auf dem "Lohnstrich" rekrutiert werden, darunter eine steigende Zahl an Flüchtlingen.

In Hotellerie und Gastronomie vermag man diesen imageschädigenden, politischen Angriffen bislang kaum etwas entgegen zu setzen. Hoffnungsvolle Einzelaktionen gibt es durchaus: Eine wirksame Imagekampagne für Azubis startete nun Deutschlands führende Hotelkette Accor. Die private Hotelgruppe Upstalsboom macht mit einer spektakulären Bergbesteigung von sich reden: Geschäftsführer Bodo Janssen trieb seine besten Nachwuchskräfte hoch auf den Kilimandscharo.

Es bedarf vieler weiter PR-Coups, um das Außenbild einer sehr dynamischen Branche mit Job- und Erfolgschancen für sehr viele Menschen und Charaktere wieder aufzupolieren. Zu hoffen bleibt, dass dies von den meinungsprägenden Kongressen und Fachmesse in diesem Frühjahr ausgeht. (Carsten Hennig, Chefredakteur dieses Fachmagazins)