Mindestlohn steigt ab 2017 auf 8,84 Euro

Mindestlohn steigt ab 2017 auf 8,84 Euro (Foto: Dehoga/Alois Müller)
Foto: Dehoga/Alois Müller

Bei der Neuberechnung des Mindestlohn orientiert sich die von der Bundesregierung benannte Kommission aus Vertretern von Arbeitgeber und -nehmern am Tarifindex des Statistischen Bundesamtes. Der Mindestlohn war 2015 eingeführt worden und beträgt bislang 8,50 Euro je Stunde.

Zuletzt hatte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) eine Erhöhung auf zehn Euro gefordert. Die Lohnsteigerungen werden derzeit durch eine robuste Konjunktur im Gastgewerbe abgefedert. 

Dehoga-Topmanagerin Ingrid Hartges hatte noch am Wochenende vor übermäßigen Mehrbelastungen gewarnt. "Löhne werden nicht von der Politik erwirtschaftet", so die Hauptgeschäftsführerin des Dehoga-Bundesverbandes. 

Dehoga muss Tarifverträge ändern
"Die heutige Entscheidung stellt leider eine Fortsetzung der Eingriffe in die Tarifautonomie dar und macht erneut überproportionale Anpassungen in gastgewerblichen Tarifverträgen erforderlich", kommentierte Ernst Fischer, Präsident des Dehoga-Bundesverbandes. In 10 von 19 Dehoga-Entgelttarifverträgen (Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Ostfriesische Inseln, Weser-Ems, Spezialtarifvertrag Systemgastronomie) verzeichnet die Branche im Moment tarifliche Entgelte unterhalb von 8,84 Euro. Fünf davon haben Geltung über den 1. Januar 2017 hinaus.