HDV: Politik bei Eingliederung der Flüchtlinge gefordert

„Der Kern der Hotellerie ist die Gastfreundschaft: Wir sind bereit, anerkannten Flüchtlingen mit einer Bleibeperspektive eine Ausbildung und Beschäftigung zu geben“, sagte Jürgen Gangl, erster Vorsitzender der HDV und Direktor des Hotels Park Inn in Berlin.

Die Ministerin hatte laut Medienberichten auf einer Pressekonferenz zu den Arbeitmarktzahlen unter anderem den zügigen Aufbau eines großen Angebots von Sprachkursen genannt. Insbesondere berufsbezogene Sprachkurse seien notwendig. Außerdem sollten Flüchtlinge künftig schon während des Asylverfahrens auf den Arbeitsmarkt vorbereitet werden. „All dies sind Schritte in die richtige Richtung,  die noch forciert werden müssen“, so Gangl.

So fordert die HDV weiterhin eine Aufnahme der Berufe des Gastgewerbes in die Liste der Mangelberufe. Gangl begrüßt einen entsprechenden Vorstoß des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), der auch eine Erweiterung der Liste gefordert hat. Würden Berufe des Gastgewerbes auf der Liste stehen, wäre eine legale Zuwanderung aus Nicht-EU-Ländern möglich und dadurch sowohl den Einwanderern als auch den händeringend nach Fachkräften suchenden Betrieben geholfen.

Um Flüchtlinge und Asylbewerber auszubilden, ist nach Auffassung der HDV eine Klärung des Aufenthaltstatus und eine Bleibeperspektive vonnöten. Optimal sei, wie auch von anderen Wirtschaftsverbänden gefordert, die sogenannte "3-plus-2"-Regelung, die eine dreijährige Ausbildung plus zwei Jahre Berufstätigkeit sichere. Die HDV begrüßt alle Initiativen, die anerkannten jugendlichen Flüchtlingen eine Ausbildung ermöglichen, darunter die Dehoga-Initiative "Integration 300" in Rheinland-Pfalz, die sich an politisch verfolgte Flüchtlinge mit Bleiberecht richtet.

Gegenseitiges Verständnis und der Abbau von Vorurteilen sind Gangl zufolge eine wesentliche Voraussetzung erfolgreicher Integration ausländischer Arbeitnehmer. Dazu beitragen könnten internationale Austauschprogramme, wie sie im Parkhotel Cup Vitalis in Bad Kissingen stattfinden: eine Einübung in kulturelle Integration. In Bad Kissingen absolvieren immer wieder junge Hotelfachleute aus Europa ein Praktikum, zur Zeit aus Spanien und Italien. Demnächst auch aus Bulgarien, wie Hoteldirektor und HDV-Mitglied Pascal Muller berichtet.

Die Mitarbeiter im Hotel sollen die Werte und Kulturen der einzelnen Praktikanten im Rahmen dieser Zusammenarbeit schätzen lernen und umgekehrt. „Ein permanenter Austausch, geprägt von Respekt, Offenheit und Interesse für den Anderen findet statt, der auf unserer lokalen Ebene dazu beiträgt, mehr Verständnis für ein harmonisches Miteinander zu haben. Keine schlechten Voraussetzungen in diesen turbulenten Zeiten“, so Muller.

 

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