Gastro-Ausbildung als schneller Weg für Flüchtlinge in Arbeit

Gastro-Ausbildung als schneller Weg für Flüchtlinge in Arbeit / Foto: Dehoga/Alois Müller

„Die Bundesarbeitsagentur hat im Jahr 2014 deutschlandweit insgesamt 67 795 Arbeitsgenehmigungen erteilt“, sagt Sprecher Jürgen Wursthorn. Dem gegenüber stehen 26 408 Ablehnungen, so Wursthorn weiter. Für die Gastronomie seien insgesamt 11 889 Zustimmungen im Jahr 2014 erteilt worden. Das entspricht 17,5 Prozent aller an Flüchtlinge erteilten Arbeitsgenehmigungen.

Wenn die Zustimmung nicht erteilt wurde, lag das bei einem großen Posten an der Vorrangprüfung, so Wursthorn. Diese erfolgt, wenn sich Asylbewerber noch im Asylverfahren befinden und noch nicht länger als 15 Monate in Deutschland sind. Hauptgrund für Ablehnungen war die Vorrangprüfung in 4.105 Fällen. Scheiterte die Genehmigung durch die Bundesarbeitsagentur an den Arbeitsbedingungen, lag das häufig daran, dass die ortsüblichen Tariflöhne unterlaufen wurden beziehungsweise nicht tariflich organisierte Arbeitgeber weniger als den Mindestlohn zahlen wollten.  Die Beschäftigungsbedingungen als Ablehnungsgrund gab es in 2014 in insgesamt 3.350 Fällen, so Wursthorn. „Der Schwerpunkt dabei waren tatsächlich die Lohnkonditionen“, erklärte der Sprecher.

Gastronomen, die direkt Flüchtlinge einstellen wollen, rät Wursthorn, sich an den Arbeitgeberservice der örtlichen Agentur für Arbeit zu wenden. „Die Kollegen vor Ort können sagen, zu welchen Bedingungen man einen Flüchtling beschäftigen darf.“ Der Sprecher weiß auch: „Solange der Bleiberechtsstatus eines Asylbewerbers nicht klar ist, ist es für den Arbeitgeber relativ riskant, einen Flüchtling einzustellen, da geduldete Bewerber noch jeden Tag abgeschoben werden können."

Er nennt auch den schnellsten Weg für junge Asylbewerber, an eine Arbeit und eine Aufenthaltsgenehmigung zu gelangen: „Im Fall einer Ausbildung kann ein junger Mensch sofort eine Ausbildung beginnen. Er hat für die Dauer der Ausbildung eine Aufenthaltsgarantie, die er lediglich jährlich verlängern muss. In dem Fall entfällt auch die Vorrangprüfung.“ Da es sehr viele junge Menschen unter den Flüchtlingen gibt, die unter 25 Jahre alt sind, sei der Weg in die Ausbildung momentan der leichteste und gehe auch am schnellsten, so Wursthorn. Möglich macht dies seit Juni 2015 eine Gesetzesänderung. Daten darüber, wie viele Jugendliche das in den vergangenen Monaten in Anspruch genommen haben, liegen noch nicht vor.

Foto: Dehoga/Alois Müller