Externe Mitarbeiter beschäftigen – gewusst, wie

Dehoga/Alois Müller

"Der Tatbestand einer illegalen Arbeitnehmerüberlassung stellt bereits eine Ordnungswidrigkeit dar und kann bei wiederholten Verstößen sogar zum Widerruf der Gewerbeerlaubnis führen", warnt Dillerup.

Wann welcher Vertrag?
Überaus beliebt bei Unternehmen sind sogenannte Werkverträge. Fremdfirmen übernehmen dabei genau definierte Aufgabenbereiche wie beispielsweise Kantinenbetrieb, Reinigungsdienste, aber auch Marketing oder Messeorganisation und liefern das jeweils Vereinbarte in der bestellten Qualität.

Rechtsanwalt Werner Dillerup dazu: „Wie viele Stunden und Mitarbeiter diese Fremdfirma dafür benötigt und weitere Details müssen den Auftraggeber nicht interessieren.“ Die Verantwortung für die Mitarbeiter liegt bei der Fremdfirma, die ihre Angestellten daher auch entsprechend vor Ort beaufsichtigen und anleiten muss. Angestellte des Auftraggebers besitzen außer in akuten Gefahrensituationen keinerlei Weisungsrecht.

Genau hier liegt der Unterschied zu einer Arbeitnehmerüberlassung, auch Leiharbeit genannt, bei der der Mitarbeiter zwar beim Verleiher angestellt, aber komplett dem Entleiher inklusive Weisungsrechten unterstellt ist. Der Entleiher gliedert ihn vollständig in den Betrieb ein, also fallen beim klassischen Leiharbeiter eigentlicher Arbeitgeber und Vertragsarbeitgeber auseinander.

Was bedeuten die Unterschiede in der Praxis?
„Widersprechen sich Vertragsgestaltung und tatsächliche Durchführung, sieht das Bundesarbeitsgericht Letztere als maßgeblich an“, erklärt Rechtsanwalt Werner Dillerup. Dies bedeutet, dass aus einem Werkvertrag möglicherweise schnell verdeckte Leiharbeit wird und aus theoretischen Problemen schnell praktische Schwierigkeiten werden: beispielsweise bei versicherungsrechtlichen Fragen oder negativen Auswirkungen auf die Arbeitslöhne von Werkarbeitern.

Verstöße und Rechtsfolgen
Unabhängig von der genauen Formulierung der Verträge gilt am Ende, ob der Auftraggeber mit direkten Weisungen Einfluss auf Angestellte und Arbeiter nimmt, sie komplett ins Unternehmen integriert und ihnen genau vorschreibt, wie, wann und mit welchen Mitteln sie ihre Arbeit erledigen. Liegt dieser Fall vor, so haftet der Auftraggeber bei Forderungen nach dem Mindestlohn, Regressansprüchen von Unfallversicherungsträgern oder auch beim Straftatbestand der Hinterziehung von Sozialversicherungsbeiträgen. „Frei nach dem Motto ‚Wer steuert, der haftet‘“, schließt Rechtsanwalt Werner Dillerup.

Arbeitgebermarke und Mitarbeiterbindung zentral für Rekrutierung
Das Thema Employer Branding steht für deutsche Personaler weiterhin an erster Stelle, wenn es darum geht, neue Mitarbeiter zu gewinnen - 68 Prozent von ihnen geben an, dass ihr Image als Arbeitgeber einen entscheidenden Einfluss darauf hat. Daher überrascht es auch nicht, dass 43 Prozent Employer Branding als Top-Priorität in ihrem Unternehmen sehen - eine deutliche Steigerung gegenüber 2014 (30 Prozent). Allerdings sehen Personaler noch deutliche Verbesserungsmöglichkeiten hinsichtlich der Strategie rund um den Auf- und Ausbau der Arbeitgebermarke: nur 48 Prozent gaben an, dass ihr Unternehmen hier proaktiv vorgeht. Das zeigt die jährlich veröffentlichte Studie "Global Recruiting Trends" des Business-Netzwerkes LinkedIn, bei der 3.894 HR-Fachkräfte befragt wurden.

Die größten Herausforderungen bei der Einstellung neuer Mitarbeiter sehen deutsche HR-Experten in den Punkten Gehalt (42 Prozent), Wettbewerb um Angestellte (41 Prozent) und die geographische Lage des Unternehmens (33 Prozent). Dies zeigt, dass Arbeitnehmer genau überlegen, zu welchen Konditionen sie in einem Unternehmen einsteigen und was sie für ihre Arbeit erwarten. Deshalb gewinnt auch das Thema Mitarbeiterbindung bei Personalern stetig an Bedeutung: 31 Prozent sehen dies als Priorität für ihr Unternehmen an. Das Thema Mitarbeiterbindung wird in den kommenden Jahren immer wichtiger werden.

Gesetzliche Änderungen: Beschäftigung von Asylbewerbern und Geduldeten in der Zeitarbeit
Die Öffnung der Zeitarbeit für Flüchtlinge und Geduldete ist beschlossene Sache. Mit den kürzlich verabschiedeten gesetzlichen Änderungen können nunmehr Asylbewerber und Geduldete nach einer Wartezeit von 15 Monaten, in sogenannten Mangelberufen sogar nach einer Wartezeit von drei Monaten, bei einem Zeitarbeitsunternehmen beschäftigt werden, da die Vorrangprüfung der Bundesagentur für Arbeit nach Ablauf der vorgenannten Wartezeiten entfällt. Bislang war eine Beschäftigung als Zeitarbeitnehmer für Personen mit einer Aufenthaltsgestattung oder einem Duldungsstatus erst nach einem Aufenthalt von vier Jahren möglich.

Ausgebildete Integrationsmentoren bieten praktische Hilfestellung: "Die Schlagworte demografischer Wandel und Fachkräfteengpässe beschäftigen uns schon seit Jahren. Wir sollten die aktuellen Entwicklungen als Chance und Teil der Lösung dieser Herausforderungen sehen. Die Flüchtlinge bringen die unterschiedlichsten Bildungshintergründe mit. Das Potential an Talenten, das hier schlummert, darf nicht ungenutzt bleiben. Kenntnisse der deutschen Sprache sind für ein vorurteilsfreies Miteinander und einen gelungenen Einstieg in die Arbeitswelt eine unerlässliche Voraussetzung und Schlüssel zur Integration", so Randstad-Chef Eckard Gatzke. Zum Abbau von Sprachbarrieren sind gezielte und zeitnah stattfindende Sprachkurse unverzichtbar. Die Personaldienstleistungsbranche bietet Einstiegsmöglichkeiten auf dem deutschen Arbeitsmarkt.

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