Steigende Kosten

Europäische Lebensmittelpreise auf Vier-Jahres-Hoch

Supermarkt Obst und Gemüse

Nielsen zog für die Berechnungen Daten aus 21 europäischen Ländern heran. Sie zeigen, dass sich der Umsatz für die FMCG-Produkte im Vergleich zum Vorjahr um 2,8 Prozent erhöhte. Die Menge der abgesetzten Produkte stieg leicht um 0,3 Prozent. Mit 2,5 Prozent ist der steigende Umsatz in erster Linie jedoch den steigenden Preisen zuzuschreiben.

Wachsende Volkswirtschaften in Europa

„Die großen Volkswirtschaften in Europa wachsen schneller als im Jahr 2016. Gründe dafür sind die stärkere Konsumnachfrage, die steigende, aber immer noch niedrige Inflationsrate und die Verbesserung der Beschäftigungsquote. Wie bereits im zweiten Quartal setzt sich die Erholung des Absatzes in Südosteuropa und ein geringeres (aber nachhaltiges) Wachstum in Nordeuropa weiter fort“, erklärt Fred Hogen, Director Retailer Services bei Nielsen in Deutschland.

Ungarn vorne bei EU-Ländern

Die Türkei verzeichnet den höchsten Umsatzzuwachs unter den 21 betrachteten Ländern bei den FMCG-Produkten. Das Plus lag bei 14,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ungarn liegt an der Spitze der EU-Länder mit 5,3 Prozent Wachstum, gefolgt von Tschechien mit 5,2 Prozent. Die Schweiz (-0,6 Prozent), Belgien (+0,4 Prozent) und Dänemark (+0,6 Prozent) teilen sich die hinteren Plätze in der Statistik.

In den fünf westeuropäischen Märkten ist Spanien Spitzenreiter mit einem Umsatzwachstum von +4,2 Prozent. Dahinter folgt Italien mit +3,1 Prozent und Deutschland mit +1,6 Prozent auf Platz drei.

„Nach einem moderaten ersten Halbjahr mit einer Wachstumsrate von nur +0,5 Prozent in Deutschland kann die FMCG-Industrie im 3. Quartal um +1,6 Prozent zulegen. Dieses Umsatzwachstum kommt von steigenden Preisen. Die Mengen sind zurückgegangen.   Ein Blick auf die Kanäle zeigt, dass die Discounter mit 2,6 Prozent die höchste Wachstumsrate aufweisen, gefolgt von den Drogeriemärkten mit 2,1 Prozent“, bemerkt Hogen. „Aufgrund von Preiserhöhungen bei Milchprodukten wachsen Kategorien wie Butter und Milch im Umsatz. Aber auch Trendsegmente wie Bartpflege und Gesichtsmasken weisen hohe Wachstumsraten auf", so Hogen weiter.